Brasilien: Späte Anerkennung der Diktaturverbrechen an Indigenen  

Die brasilianische Justiz verurteilte Staat, Bundesstaat Minas Gerais und Indigenenbehörde FUNAI wegen Menschenrechtsverletzungen an den Krenakwährend der Diktatur.

Von Wolfgang Mayr

Die Soli-Plattform amerika21 vermeldete diese Nachricht schon vor einigen Monaten. Zur Kenntnis genommen wurde sie kaum. Ein Urteil, das doch überrascht. Der amtierende Präsident Brasiliens, ein bekennender Rechtsradikaler, der Fallschirm-Jäger Bolsonaro verteidigte in seinen Wahlkampfreden die von den USA unterstützte blutige Militärherrschaft zwischen 1964 und 1985.

Zum ersten Mal verurteilte ein Gericht, das 14. Bundesgericht von Minas Gerais, den brasilianischen Staat, die Indianer-Behörde Funai und den Bundesstaat Gerais für die Menschenrechtsverletzungen an den indigenen Krenak bei Resplendor im Bundesstaat Minas Gerais. Das Gericht warf den staatlichen Stellen schwere Menschenrechtsverletzungen wie Folter gegen die Indigenen in der „Besserungsanstalt Krenak“ vor. Das Gericht bezeichnete diese Anstalt als „Konzentrationslager“.

Diese Anstalt diente laut Urteil der „Korrektur von Fehlentwicklungen“ von Stammes-Angehörigen. Hunderte von Indigenen verschiedener ethnischer Gruppen waren in diesem Gefängnis untergebracht, verschleppt und zwangseingewiesen. Die Gefangenen waren gezielt ausgehungert und erniedrigt.

Das Gericht verurteilte Staat, Bundesstaat und Funai zu einer Reihe von Wiedergutmachung. Besonders schmerzhaft für die politischen Erben der Militärdiktatur, die Funai muss endlich die Demarkationsarbeiten des Krenak-Landes von Sete Salões abschließen. Außerdem verpflichtete das Gericht, das zerstörte Land zu renaturieren, das den Krenak zurückgegeben werden soll.

Dem nicht genug, die Krenak-Sprache muss erhalten und gefördert werden, indem sie auch Teil der indigenen Schulbildung wird. Der brasilianische Staat und seine Assimilierungs-Behörde Funai setzten auf die Zerstörung indigener Kulturen.

Den Staat verpflichtete die Richterin zur Sammlung aller Unterlagen über schwere Verletzungen der Menschenrechte indigener Völker und zur Veröffentlichung im Internet.

Die Krenak-Region befindet sich in der Nähe der Kleinstadt Resplendor im Bundesstaat Minas Gerais, am Fluss Rio Doce. Dieser überschwemmte im November 2015 nach einem Dammbruch das Land und verseuchte die Böden. Das Wasser des Rio Doce gilt als schwer gesundheitsgefährdend.

Klare Auflagen an einen Staat, der sich nicht um indigene Rechte kümmert, genauso wenig um Umweltschutz und nachhaltige Forstwirtschaft. Der brasilianische Staat erklärte seit Amtsantritt des faschistoiden Bolsonaro, politischer Freund von Putin und dem ehemaligen US-Präsidenten Trump, der Urbevölkerung den Krieg. Ihre Heimat wird geplündert und abgefackelt.

Bolsonaro stellte sich offen hinter den Angriffskrieg des russischen Präsidenten gegen die Ukraine. Und, der russische Krieg wird sich direkt auf die Amazonas-Bewohner aus. Präsident Jair Bolsonaro nutzt den russischen Angriff auf die Ukraine, um seine Politik im Amazonasgebiet zu rechtfertigen, schreibt das Redaktionsnetzwerk Deutschland „Der dortige Abbau von Kalium für Düngemittel sei notwendig, da es durch den Krieg zu Engpässen oder einem Preisanstieg kommen könnte, so Bolsonaro. Der Präsident berief sich dabei auf einen Gesetzentwurf aus dem Jahr 2020.

Weitere Informationen zu den Krenak auf diesen Seiten:

Ailton Krenak – Wikipedia

Ailton Krenak: Ideen, um das Ende der Welt zu vertagen – Taschenbuch – btb Verlag (penguinrandomhouse.de)

Botokuden – Wikipedia

 

 

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